Münchner-Weissbiergarten.de

Familienchronik



Im Jahre 1906 zogen die Eheleute Magdalena und Edmund Radlinger nach München. Im schönen Neuhausen ließen sie sich nieder, wo bis heute, seit rund 110 Jahren, der Firmensitz der Firma Radlinger ist.

Die ambulante Händlerin Magdalena und der Entfesselungskünstler Edmund wollten neue Wege gehen und gründeten das heutige Schaustellerunternehmen Radlinger.

Mit einer selbst gebauten Kinderschaukel, einem Kinderkarussell und einem Eispalast waren sie fortan auf den größeren Volksfesten in Bayern und im Besonderen auf dem Münchner Oktoberfest vertreten.

Diese Ehe brachte die beiden Söhne Edmund und Josef hervor. Der zweite Weltkrieg brachte der Familie Radlinger, wie vielen anderen deutschen Familien, großes Leid. Sohn Edmund, der in den Krieg ziehen musste, kam aus dem Kessel Stalingrad nicht mehr nach Hause. Ab diesem Zeitpunkt führte Josef Radlinger, mit seiner 1945 frisch angetrauten Frau Olga, die Schaustellergeschäfte weiter. Spontanität zeichnete das junge Paar aus. Sie entwickelten das Zauberschloss, die Wildwestshow „Texas-House“ und die Afrikanische Völkerschau „Prinz Ankrah“. Es wurde ein neues Kinderkarussell erworben und Olga Radlinger setzte ihre Idee der Schießbude durch, wovon eine der Größten noch heute auf dem Oktoberfest im Besitz der Annelie Radlinger steht. Die Eheleute Olga und Josef brachten drei Kinder zur Welt: die Söhne Günter und Edmund und die Tochter Annelie. Sohn Günter verstarb 1965 bei einem tragischen Betriebsunfall.

Annelie und Edmund führten seitdem mit der Mutter Olga die Schaustellerfirma in die Zukunft, nachdem im Jahr 1972 der Vater Josef nach langer schwerer Krankheit verstarb.

Die neue Generation war innovativ: Edmund Radlinger brachte mit seinem Geschäftspartner Max Zierer das erste transportable Kino „Cinema 180“ nach München. Mit sensationellen Kinoeffekten, das ohne Brille und Zusatzgeräte die Schwerkraft und den Gleichgewichtssinn aushebelte, war dieses Kino eine absolute Sensation. Mit den Tragluftbauten, in dem das Cinema 180 beherbergt war, bereisten sie Volksfestplätze in ganz Europa.

Bereits im Jahr 1983 erweiterte Edmund Radlinger seine Geschäfte um einen Imbiss mit kleinem Biergarten und sammelte somit seine ersten gastronomischen Erfahrungen. Obwohl in seinem Schaustellerherz die Fahrgeschäfte einen großen Platz einnahmen, ließen ihn seine gastronomischen Gedanken nicht mehr los.

Fahrgeschäfte wie Autoscooter, Torgler oder der klassische Polyp waren Meilensteine in seinem Berufsleben.

Heute ist sein Herz der Münchener Weißbiergarten. Ein Traditionsbetrieb, der seit über 30 Jahren in München und Umgebung einen beliebten Kundenstamm hat und sich immer wieder auf neue lukullische Schmankerl ausrichtet.

Annelie und Edmund Radlinger sind heute noch mit Ihren Geschäften auf dem Münchner Oktoberfest vertreten.